Hamster kommunizieren mit uns Menschen in erster Linie über ihre Körpersprache. Deshalb ist es für uns als Hamsterhalter wichtig zu lernen, das Verhalten unseres Goldhamsters richtig zu deuten. Das ist nicht nur für eine bessere Verständigung wichtig, sondern auch, um mögliches Unbehagen und Krankheitsanzeichen so früh wie möglich erkennen zu können.

Goldhamster Körpersprache – allgemein:

Hamster KörperspracheMännchen machen: „Was passiert denn da?“ Zeichen von Neugier und Interesse.

Gähnen und strecken: Der Hamster ist müde.

Im Sand wälzen: Der Chinchillasand* spielt für die Fellpflege des Goldhamsters eine wichtige Rolle. Indem sie sich im Sand wälzen, reinigen sie ihr Fell.

Fell putzen: Auch mit den Pfoten reinigen Hamster häufig ihr Fell. Putzt der Hamster sich lange und ausgiebig, fühlt sich dieser sehr wohl. Ein hektisches „Stressputzen“ deutet hingegen auf Unbehagen und Nervosität hin.

Schnell davon rennen: Der Hamster hat sich erschrocken und sucht ein Versteck als Unterschlupf.

An Gitterstäben nagen: Manche Goldhamster nagen an ihren Gitteraufsätzen. Dieses Verhalten deuten auf Langeweile/Frustration hin und tritt häufig bei zu kleinen Gehegen auf.

An Einrichtungsgegenständen nagen: Hamster sind Nagetiere und besitzen einen ausgeprägten Nagetrieb. So müssen auch manchmal Einrichtungsgegenstände darunter leiden. Um die Zähne des Hamsters abzunutzen, sollten regelmäßig Nagemöglichkeiten, wie z.B. Äste oder Löwenzahnwurzeln* angeboten werden.

Quiecken/Fiepen: Quiekt der Hamster laut auf, könnte dies ein Ausruf von Schmerz sein. Auch Hamsternachwuchs ruft oft lautstark nach ihrer Mutter. Paarungsbereite Tiere, die einen Hamster des anderen Geschlechts in der Umgebung riechen, wollen mit fiependen Geräuschen auf sich aufmerksam machen.

Zähne klappern/knirschen: Dieses Verhalten von Hamster lässt darauf schließen, dass dieser sich bedroht fühlt.

Flach am Boden kriechen: Der Hamster fühlt sich unsicher und hat Angst. Um nicht gesehen zu werden, macht er sich möglichst klein und drückt seinen Bauch an den Boden. Dieses Kriechen ist häufig in freier Wildbahn zu beobachten, wenn der Hamster sich von Fressfeinden bedroht fühlt.
Als Halter sollte man vermeiden das Tier von oben zu greifen, um keinen ähnlichen Eindruck zu vermitteln. Häufig ist dies auch in Umgebungen, die neu fürs Tier sind, zu beobachten.

Stelzbeinig mit erhobenem Schwanz laufen: Der Goldhamster fühlt sich unwohl und fürchtet sich. Bei Jungtieren untereinander kann es auch ein Zeichen von Unterwürfigkeit darstellen.

Backentaschen aufblasen & Ohren aufstellen: Dieses Verhalten signalisiert, dass der Hamster sich bedroht fühlt.

Hamster bunkert FutterFutter bunkern: Hamster verstauen ihr heißgeliebtes Futter gerne in den Backentaschen und bunkern sich Vorräte in ihrem Nest. Dies ist eine natürliche Verhaltensweise des Hamsters und ist wohl ein Überbleibsel des Lebens in freier Wildbahn. Die Futtervorräte sollen den Hamster vorm Verhungern in schlechten Zeiten beschützen.

An Gegenständen reiben: Der Hamster markiert mit seinen Duftdrüsen das Revier.

Auf den Rücken werfen: In freier Wildbahn werfen sich Hamster manchmal auf den Boden, um sich gegenüber Fressfeinden tot zu stellen. Zusammen mit Fauchen kann dies aber auch eine Abwehrhaltung darstellen.

Maul aufreißen/fauchen: Hier handelt es sich um eine ernst zu nehmende Angriffshaltung des Hamsters. Er fühlt sich von dir oder Artgenossen bedroht und will sich verteidigen.

Luftsprünge machen: Der Hamster freut sich und ist übermütig. Springt der Hamster und rennt davon, ist dies allerdings ein Zeichen von Angst.

 

Goldhamster Körpersprache – bei Menschen:

Vor der Hand zurückweichen: „Huch, wer bist du denn?“ Der Hamster ist verunsichert und fühlt sich nicht wohl. Insbesondere bei der Eingewöhnung eines neuen Goldhamsters ist es wichtig, ihm erst einmal Zeit zu lassen und ruhig an die Hand zu gewöhnen. Dabei solltest du die Hand ruhig ins Hamstergehege legen und ruckartige Bewegungen vermeiden. So solltest du nun warten, bis das Tier von alleine zu dir kommt.

An der Hand lecken: „Schmeckt das auch so gut, wie es riecht?“ Wenn die Hände nach etwas zu Essen riechen, kann es schon mal passieren, dass der Hamster etwas knabbert oder die Hand abschleckt. Passiert dies sehr häufig, kann es allerdings auch auf einen Mineral- und Salzmangel hinweisen.

Beißen/Zwicken: Auch in diesem Fall ist es möglich, dass die Hand nach Futter riecht. Auch Jungtiere zwicken anfangs, weil sie testen ob die Hand etwas Essbares ist und sie ihre eigene Kraft häufig noch nicht einschätzen können. Ebenfalls kann es bedeuten, dass der Goldhamster sich bedroht fühlt und das Gefühl hat, sich verteidigen zu müssen. Allerdings kann dies auch ein Zeichen von Schmerzen sein.

Auf den Menschen urinieren: Wenn der Hamster plötzlich auf die Hand uriniert, kann dies bedeuten, dass er mit der Situation überfordert ist und starke Angst hat. Ebenfalls kann es auch sein, dass der Goldhamster einfach mal dringend musste.

 

Goldhamster Körpersprache – untereinander:

Gold- und Teddyhamster sind strenge Einzelgänger! Dieser Abschnitt bezieht sich beispielsweise auf Hamstermütter und deren Nachwuchs sowie Jungtiere, die noch nicht geschlechtsreif sind und noch im selben Gehege leben.

Beschnuppern an After, Nase und Ohren: „Kennen wir uns?“ Dies ist eine Begrüßungsgeste, durch die sich Artgenossen anhand des Geruches erkennen.

Gegenseitiges Putzen: Mütter putzen ihren Nachwuchs sehr häufig und helfen ihnen bei der Fellhygiene.

Gegenseitiges Besteigen: Das Besteigen kann entweder ein Paarungsversuch sein oder bei Streitereien um die Rangfolge vorfallen.

Gegenseitiges Jagen: Bei Beobachtung von diesem Verhalten ist Vorsicht geboten! Was ein lustiger Fanggang sein kann, kann auch schnell zu einem ernsten Streit werden. Bei Hamstermüttern kommt es gelegentlich vor, dass sie ihre Jungen (meist wenn diese etwas älter sind) im Gehege herum jagen und scheuchen. Dies sorgt für viel Stress beim betroffenen Tier und sollte daher vom Halter unterbunden werden. Im Notfall müssen die Tiere getrennt werden.

Wegdrängen: „Ich will da hin!“ Vor allem bei der Fütterung ist dieses Verhalten manchmal zu beobachten.