Bekanntlich sind Hamster tolle Beobachtungstiere, die flink und sehr wendig sind. Doch was steckt eigentlich hinter der Körpersprache des Zwerghamsters? Hamster können nicht einfach so mit uns sprechen, deshalb müssen wir Hamsterhalter lernen, die Körpersprache und das Verhalten dieser richtig zu deuten. Das ist nicht nur für eine bessere Verständigung wichtig, sondern auch, um mögliches Unbehagen und Krankheitsanzeichen so früh wie möglich erkennen zu können.

 

Zwerghamster Körpersprache – Allgemein

Zeichen von Entspannung

Männchen machen: „Oh, was passiert denn da?“ Zeichen von Neugier und Interesse. Der Hamster erkundet seine Umgebung, um Geräusche und Gerüche wahrzunehmen. Wenn der Hamster dabei aber das Fell sträubt, kann dies auch auf Aggression hindeuten.

Auf den Hinterbeinen sitzen: Wenn der Zwerghamster auf seinen Hinterbeinen sitzt und die Pfoten entspannt hängen lässt, ist dies ein Zeichen für Ruhe und Entspannung.

Strecken und Gähnen: Der Hamster ist müde. Kann man häufig vor oder nach dem Schlafen beobachten.

Schnell davon rennen: Der Zwerghamster hat sich erschreckt und sucht einen Unterschlupf.

Hamster nagt an GitterstäbenAn Gitterstäben nagen: Manche Nager beginnen an ihren Gitteraufsätzen zu nagen. Dies ist ein Zeichen von Langeweile oder kann auch Frustration ausdrücken. Insbesondere bei zu kleinen Gehegen ist dies zu beobachten.

Im Sandbad wälzen: Hamster wälzen sich im Sand, um das Fell von Dreck zu befreien und dieses zu reinigen. Die Fellpflege spielt für die Zwerge eine wichtige Rolle, weshalb ein Sandbereich auch nie im Gehege fehlen darf.

Fell putzen: Neben dem Sandbad putzen sich Zwerghamster auf häufig mit ihren Pfoten. Wenn der Hamster sich ausgiebig putzt bedeutet dies, dass er sich sehr wohl fühlt. In Außnahmesituationen kann es sich allerdings auch um Stressputzen handeln, was zeigt, dass der Hamster sich unwohl fühlt.

Laut Fiepen: Je nach Situation kann das Fiepen soviel wie „Aua“ heißen und ein Zeichen von Schmerz sein oder auf Angst hindeuten. Hamsternachwuchs ruft so auch häufig nach der Mutter.

Zähne knirschen/klappern: Dieses Verhalten lässt darauf schließen, dass der Hamster sich bedroht fühlt. Vor allem bei Streitereien unter Artgenossen kommt dies vor.

Backentaschen aufblasen & Ohren aufstellen: Der Hamster signalisiert, dass er sich bedroht fühlt.

Ohren nach hinten legen: Je nach Situation kann diese Körpersprache des Zwerghamsters Angst, Unsicherheit oder Müdigkeit bedeuten.

Flach am Boden kriechen: Wenn ein Hamster in freier Wildbahn einen potenziellen Fressfeind sieht, ist dies zu beobachten. Der Zwerghamster hat Angst und drückt sich flach auf den Boden, um nicht gesehen zu werden.
Um dies zu vermeiden, sollte man den Zwerg niemals von oben greifen. So wird die Hand schnell mit einem Greifvogel oder anderen Fressfeinden verwechselt.
Häufig kann man das Verhalten auch beobachten, wenn der Hamster in einer neuen Umgebung ist und sich unsicher fühlt.

Maul aufreißen/fauchen: Hier handelt es sich um eine ernst zu nehmende Angriffshaltung des Hamster. Er fühlt sich von Dir oder Artgenossen bedroht und will sich verteidigen.

Auf den Rücken werfen: In freier Wildbahn werfen sich Hamster manchmal auf den Boden, um sich gegenüber Fressfeinden tot zu stellen. Wenn sie dabei allerdings das Fauchen anfangen, ist dies eine Abwehrhaltung.

Der Hamster läuft stelzbeinig mit angehobenem Schwanz: Entweder fürchtet sich der Hamster oder er unterwirft sich seinen Artgenossen.

Einrichtungsgegenstände annagen: Zwerghamster besitzen einen ausgeprägten Nagetrieb und müssen ihre Zähne regelmäßig abnutzen. Dabei kann schonmal die Einrichtung etwas leiden. Aus diesem Grund sollte im Hamster Gehege nur unbedenkliches Material angeboten werden.

Luftsprünge machen: Der Hamster ist übermutig und freut sich.

Futter bunkern: Hamster stopfen sich das Futter liebend gerne in die Backentaschen, um die Ausbeute danach in Ruhe im Nest essen zu können. Dabei bunkern sie sich auch gerne Vorräte. Dies ist wohl ein Überbleibsel des Lebens in freier Wildbahn und soll die Zwerge vorm Verhungern in schlechten Zeiten beschützen.

An Einrichtungsgegenständen reiben: Manchmal reiben sich Hamster an Gegenständen, um diese mit ihren Drüsen zu markieren. Dies kommt z.B. vor, nachdem das Gehege gereinigt wurde oder der Hamster paarungsbereit ist.

 

Zwerghamster Körpersprache – bei Menschen

Vor der Hand zurückweichen: „Huch, wer bist du denn?“ Der Zwerghamster ist verunsichert und fühlt sich unwohl. Vor allem bei der Eingewöhnung eines neuen Hamsters ist es wichtig, die Hand ruhig in den Käfig zu legen und ruckartige Bewegungen zu vermeiden. Man sollte die Hand flach ins Einstreu legen und warten, bis das Tier von alleine kommt.

Beißen/Zwicken: Möglicherweise riecht die Hand nach etwas zu essen und es wird mal probiert, wie sie schmeckt. Auch Jungtiere zwicken anfangs, weil sie testen ob die Hand etwas essbares ist und sie ihre eigene Kraft häufig noch nicht einschätzen können. Ebenfalls kann es bedeuten, dass der Hamster sich bedroht fühlt und das Gefühl hat, sich verteidigen zu müssen. Allerdings kann dies auch ein Zeichen von Schmerzen sein.

Zwerghamster auf HandAn Händen lecken: „Oh das riecht aber gut, schmeckt es auch so?“ Wenn die Hände nach etwas zu Essen riechen, kann es schon mal sein, dass der Hamster etwas knabbert oder die Hand abschleckt. Wenn dies allerdings sehr häufig passiert, kann es auch auf einen Mineral- und Salzmangel hinweisen.

Halter anpinkeln: Wenn der Hamster plötzlich auf die Hand uriniert, kann dies bedeuten, dass er mit der Situation überfordert ist und starke Angst hat. Ebenfalls kann es auch sein, dass der Hamster einfach mal dringend musste.

 

Zwerghamster Körpersprache – untereinander

Zwerghamster sind strenge Einzelgänger! Dieser Abschnitt bezieht sich auf Campbells, die auch in Gruppen gehalten werden dürfen sowie auf Hamstermütter und deren Nachwuchs.

Beschnuppern an After, Nase und Ohren: „Kenne ich dich?“ Dies ist eine Begrüßungsgeste, durch die sich Artgenossen anhand des Geruches erkennen.

Gegenseitiges Besteigen: Das Besteigen kann entweder ein Paarungsversuch sein oder bei Streitereien um die Rangfolge vorfallen.

Gegenseitiges Putzen: Mütter putzen ihren Nachwuchs sehr häufig und auch bei Campbell Gruppen ist die Fellpflege untereinander zu beobachten.

Gegenseitiges fangen/jagen: Bei diesem Verhalten ist Vorsicht geboten! Was ein lustiger Fanggang sein kann, kann auch schnell zu einem ernsten Streit werden. Hamster in Gruppenhaltung zerstreiten sich auch manchmal und fangen an sich gegenseitig zu jagen. Auch bei Hamstermüttern kommt es gelegentlich vor, dass sie ihre Jungen (meist wenn diese etwas älter sind) im Gehege herum jagen und scheuchen. Dies sorgt für viel Stress beim betroffenen Tier und sollte daher vom Halter unterbunden werden. Im Notfall müssen die Tiere getrennt werden.

Zwerghamster HirseWegdrängen: „Geh weg, ich will da hin!“ Vor allem bei der Fütterung ist dieses Verhalten manchmal zu beobachten.