Zwerghamster Arten

Zwerghamster Arten

Ein ebenfalls sehr verbreitetes Haustier neben den Rennmäusen sind die Hamster. Hierbei sind vor allem die putzigen Zwerghamster, auch Zwerge genannt,  besonders beliebt. Diese lassen sich in verschiedene Zwerghamster Arten einteilen, die seit etwa 30 Jahren gerne als Heimtier gehalten werden.
Die Zwerghamster gehören zu den Säuge – & Nagetieren (Rodentia) und untegeordnet ebenfalls zu den Mäuseverwandten (Myomorpha). Der Zwerghamster ist ebenfalls ein Teil der Familie der Wühler (Cricetidae) sowie ein Teil der Unterfamilie des Hamsters (Cricetinae).  Die Gattung des Zwerghamster gliedert sich in Kurzschwanz-Zwerghamster (Phodopus) und Langschwanz-Zwerghamster (Cricetulus).

Zwerghamster sind im Allgemeinen dämmerungsaktive Tiere, die überwiegend in den Abendstunden und am Morgen unterwegs sind. Häufig passen sie sich aber auch dem Tagesablauf ihres Besitzers an. Die Zwerge sind ideale Beobachtungstiere und durch ihre wuselige Art und ihre geringe Größe wohl eher weniger zum Schmusen geeignet.
Im Folgenden findet Ihr eine kurze Vorstellung der vier beliebtesten Zwerghamster Arten.

 

Die Zwerghamster Arten

 

Zwerghamster Arten: Der Dsungarische Zwerghamster

Der Dsungarische Zwerghamster (Phodopus sungorus) zählt mit seinem meist freundlichen und neugieren Charakter zu einem der beliebtesten Zwerghamster Arten in ganz Deutschland. Bereits vor Jahrzehnten schlich er sich mit seinem zutraulichen Wesen ins Herzen vieler Hamsterhalter. Mittlerweile wird der Dsungarische Zwerghamster allerdings in erster Linie zur Zucht eingesetzt. Deshalb handelt es sich bei den meisten Zwergen in Heimtierhaltung um Hybride und nicht um reinrassige Dsungaren.

 

Der Dsungarische Zwerghamster – Daten:

Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster

Lebenserwartung: etwa 1,5-3 Jahre

Größe: 8-11 cm

Gewicht: 35-55 g

Wurfgröße: 4-12 Jungtiere

Haltung: Einzelhaltung

 

Der Dsungarische Zwerghamster – Äußere Merkmale:

Das Aussehen des Dsungarischen Zwerghamsters ist von einem Aalstrich entlang des Rückens geprägt, der dunkler ist als die restliche Fellfarbe.  Die natürliche Fellfarbe des Dsungaren ist grau (auch wildfarben genannt)  mit einem schwarzen Aalstrich. Bauch, Pfoten sowie der Schwanz sind deutlich heller gefärbt. Die Dreibogenlinie zwischen dem dunklen und hellen Fell ist hierbei deutlich erkennbar. Mittlerweile gibt es aufgrund von der vielseitigen Züchtung des Zwerghamster einige neue Farbmutationen des Dsungarischen Zwerghamster, wobei der Aalstrich bei manch eines Tieres fast komplett weg gezüchtet wurde.

Der Körperbau des Dsungaren ist eher rundlich mit einem recht großen und breiten Kopf. Die Augen sind hierbei meist klein und weit auseinander stehend.

Anders als Goldhamster, halten Zwerghamster aufgrund ihrer geringen Größe keinen Winterschlaf. Als bessere Tarnung vor Fressfeinden im Schnee, wechselt der Zwerghamster zu dieser Zeit sogar sein Fell und wird heller.

Der Dsungarische Zwerghamster – Herkunft:

In seinem natürlichen Lebensraum bewohnt der Dsungarische Zwerghamster Steppengebiete im Raum Kasachstans sowie im südwestlichen Teil Sibiriens. Dort leben sie in sehr großen unterirdischen Bauen und Gangsystemen. Wie auch in der Heimtierhaltung, leben die Nagetiere  in freier Wildbahn meist einzeln. Bei Nachwuchs wird das Männchen aus dem Bau verjagt und das Weibchen zieht die Jungtiere alleine auf. Selten werden die kleinen Wusel auch in Paaren gesichtet. Doch dies ist wohl vor allem zur Befruchtungszeit der Fall.
Wie bereits oben genannt, halten Dsungarische Zwerghamster keinen Winterschlaf. Sie können aber in einen kurzzeitigen Torpor fallen, in dem sie ihr Fell aufplustern, sich zusammenziehen und weniger essen als gewöhnlich.

Erstmals entdeckt wurde der Dsungare von dem Naturforscher  Peter Simon Pallas im Jahr 1773. Dieser traf die kleinen Nager nördlich des Kaspischen Meeres an und benannte sie nach der Dsungarei „Mus sungorus“.

In den 60er Jahren wurde er in Deutschland zu Forschungszwecken verwendet. Zu dieser Zeit, in der auch bereits der Campbell Zwerghamster zu diesen Zwecken in Deutschland verbreitet war, hielt man diese beiden Zwerghamster Arten aufgrund ihrer starken Ähnlichkeit für Unterarten. Erst 1984 erkannte man den Campbell als eigene Art an. Seither werden die beiden Zwerghamster Arten häufig zur Zucht des bekannten Hybriden verwendet.

 

Zwerghamster Arten: Der Campbell Zwerghamster

CampbellAufgrund ihres Sozialverhaltens zählen auch Campbells (Phodopus campbelli) zu beliebten Haustieren. Denn sie sind die einzige Zwerghamster Art, die auch in Gruppen gehalten werden kann. Doch dies ist ausschließlich für erfahrene Hamsterhalter zu empfehlen, da die Gruppenhaltung der Zwerge immer noch ein großes Risiko aufweist!

Allgemein sind Campbell Zwerghamster neugierige und aufgewckte Nager, die allerdings meist etwas quirliger sind als die Dsungarischen Zwerghamster. Wie auch dieser, wird der Campbell heutzutage viel zur Zucht eingesetzt, weshalb es sich bei den beispielsweise in Zoohandlungen zu verkaufenden „Campbells“ um Hybride und nicht um reinrassige Tiere handelt.

 

Der Campbell Zwerghamster – Daten:

Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster

Lebenserwartung: etwa 1,5-3 Jahre

Größe: 7-10 cm

Gewicht: 40-55 g

Wurfgröße: 4-9 Jungtiere

Haltung: Einzel- oder Gruppenhaltung

 

Der Campbell Zwerghamster – Äußere Merkmale:

Äußerlich sieht der Campbell Zwerghamster seinem Verwandten dem Dsungaren sehr ähnlich. Er besitzt ebenfalls einen dunklen Aalstrich auf dem Rücken und einen helleren Bauch sowie eine Dreibogenlinie, die allerdings nicht so stark ausgeprägt ist, wie beim Dsungaren. Weiterhin haben Campbells häufig hellere Flecken im Bereich der Schnauze, die einer „Milchbärtchen“ ähneln. Die natürliche Farbe des Campbell Zwerghamsters ist gelb-braun. Auch die große Anzahl an Farbmutationen ist ein Unterschied zum nahen Verwandten, welcher im Gegensatz nur wenige Farbschläge aufweist.

Anders als der Dsungare gibt es beim Campbell keinen Fellwechsel im Winter.

Campbells haben einen eher breiten und massiven Körperbau mit einem spitzen Kopf. Die Augen sitzen näher beieinander als beim Dsungaren und sie besitzen spitzere Ohren.

 

Der Campbell Zwerghamster – Herkunft:

In freier Wildbahn ist der Campbell Zwerghamster in Gebieten wie der Monogolei, Nordostchina sowie in den Altai-Gebirgen vorzufinden. Dort bewohnen die Zwerge Steppen und Halbwüsten. Wie auch der Dsungare, nutzen sie gerne Bauten von anderen Tieren und graben sich mehrere Gänge, die zur Nestkammer des Hamsters führen.
Anders als der Dsungarische Zwerghamster, kümmern sich Campbell Zwerghamster gemeinsam um den Nachwuchs und leben über einen längeren Zeitraum friedlich zusammen.

Entdeckt wurde diese Zwerghamster Art 1902 von Herrn Campbell. Die erste Beschreibung der Tiere folgte allerdings erst 3 Jahre später vom Zoologen Oldfield Thomas. Der Name „Campbelli“ stammt also vom ursprünglichen Entdecker der Art ab.Wie bereits oben beschrieben, wurde der Campbell zunächst als Unterart des Dsungaren gehalten und erst 1984 als eine der eigenständigen Zwerghamster Arten anerkannt.

 

Zwerghamster Arten: Der Hybrid

HybridWie bereits oben beschrieben werden Campbells und Dsungarische Zwerghamster sehr häufig miteinander gekreuzt. Mittlerweile handelt es sich sogar in den meisten Zoohandlungen um die sogenannten Hybride und nicht um reinrassige Zwerghamster Art Campbell bzw. Dsungare. Das Ziel dieser Züchtung ist es, neue Farbmutationen zu züchten. Bei der Verpaarung der Zwerghamster gibt es allerdings auch einige Gefahren und Risiken, weshalb ein unerfahrener Züchter die Zwerghamster auf keinen Fall miteinander kreuzen sollte.

Äußerlich sowie charakterisch ähnelt er dem Campbell sowie dem Dsungaren sehr.

 

Der Hybrid – Daten:

Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster

Lebenserwartung: etwa 1,5-3 Jahre

Größe: 7-10 cm

Gewicht: 40-55 g

Haltung: Einzelhaltung

 

Zwerghamster Arten: Der Roborowski Zwerghamster

Robos (Phodopus roborovskii) sind die kleinste Zwerghamster Art, doch trotz ihrer geringen Größe brauchen sie aufgrund ihrer Bewegungsfreude große Gehege. Klettern ist hingegen nicht ihre Stärke und für Buddeln lassen sich die meisten Roborowski Zwerghamster auch nicht begeistern, stattdessen bevorzugen sie große Sandflächen.

Robos sind im Vergleich zu anderen Zwerghamster Arten sehr schüchtern und zurückhaltend, weshalb sie nur selten zahm werden. Sie sind extrem flink und auch häufig sehr aktiv und daher tolle Beobachtungstiere.

 

Der Roborowski Zwerghamster – Daten:

Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster

Lebenserwartung: etwa 1,5-2,5 Jahre

Größe: 5-8 cm

Gewicht: 15-30 g

Wurfgröße: 3-8 Jungtiere

Haltung: Einzelhaltung

 

Der Roborowski Zwerghamster – Äußere Merkmale:

Anders als die anderen Zwerghamster Arten besitzt der Robo keinen Aalstrich auf dem Rücken. Bei dieser Zwerghamster Art ist ebenfalls keine Dreibogenlinie vorhanden, dennoch ist der Bauch des Robos weiß gefärbt. Der Robo hat einen breiten und eher kurzen Kopf mit einer spitzen Schnauze. Über seinen großen Augen besitzt er helle Flecken. Auch die recht großen Ohren sind meist hell gefärbt und besitzen einen dunklen Rand.

Die natürliche Färbung dieser Zwerghamster Art ist sandfarben mit einem weißen Bauch.

 

Der Roborowski Zwerghamster – Herkunft:

In seinem natürlichen Lebensraum bewohnt der Robo Wüsten und Halbwüsten in der Mongolei, Ostkasachstan sowie in China. In freier Wildbahn sind Robos etwas geselliger und ziehen ihren Nachwuchs gemeinsam auf. Dennoch sollten sie in der Heimtierhaltung bevorzugt einzeln gehalten werden. Seinen Bau gräbt der Zwerghamster an kleinen Hügel und in Dünnen. Beim Bau hndelt es sich hierbei meist um einen langen Tunnel mit einer Nestkammer am Ende.

Benannt wurde die Zwerghamster Art erstmals vom russischen Wissenschaftler Konstantin A. Satunin im Jahr 1903. Durch den Berliner Tierpark verbreitete sich der Roborowski Zwerghamster auch in Deutschland.

 

Zwerghamster Arten: Der Chinesische Streifenhamster

Der Chinesische Streifenhamster (Cricetulus griseus) ist wohl der am seltesten anzutreffende Zwerghamster, welcher sich deutlich von den anderen Zwerghamster Arten unterscheidet. Im Gegensatz zu diesen, ist er ein guter Kletterer und gehört zu den langschwänzigen Hamstern. Ebenfalls besitzt dieser Hamster mit 2 bis 4 Jahren die längste Lebenserwartung und ist der Größte seiner Art.

Der Chinesischer Streifenhamster gilt als freundlich und sehr zutraulich gegenüber dem Menschen. Häufig kommt es vor, dass sich der Zwerghamster am Finger des Menschen festklammert. Der Grund hierfür ist, dass der Hamster Höhen besser abschätzen kann als seine Verwandten und sich daher vor einem Sturz bewahren will.

 

Der Chinesische Streifenhamster – Daten:

Gattung: Langschwanz-Zwerghamster

Lebenserwartung: etwa 2 bis 4 Jahre

Größe: 9-12 cm

Gewicht: 30-45 g

Wurfgröße: 2-12 Jungtiere

Haltung: Einzelhaltung

 

Der Chinesische Streifenhamster – Äußere Merkmale:

Mit seinem etwa 2 cm langem Schwanz und seiner schmalen und lang gezogenen Figur, ähnelt der chinesische Streifenhamster beinahe einer Maus. Seine Augen sind im Vergleich zum Körperbau groß und hervorstehend.Wie auch schon der Name „Streifenhamster“ verrät, besitzt er einen dunklen Aalstrich am Rücken. Die natürlich-vorkommende Farbe des Zwergs ist grau-braun mit einem hellen Bauch.

 

Der Chinesische Streifenhamster – Herkunft:

Wie schon der Name verrät, stammt der Zwerghamster aus dem Nordosten Chinas und ist auch in Korea, im Süden Sibiriens sowie in der Mongolei stark verbreitet. Dort bewohnen sie in erster Linie Sand- und Halbwüsten. Chinesische Zwerghamster halten weder Winterschlaf, noch fallen sie in einen Torpor.
Auch in freier Wildbahn verhält sich der Hamster weniger scheu als andere Zwerghamster Arten, häufig suchen diese sogar Häuser oder Ställe auf.

Der Chinesische Zwerghamster ist noch unverträglicher gegenüber Artgenossen, als seine nahen Verwandten. Vor allem Weibchen sollen besonders aggressiv sein. Nach der Geburt der Jungtiere wird das Männchen verjagt und die Hamsterdame kümmert sich alleine um den Nachwuchs.

Der Chinesische Streifenhamster kam als letztes zu uns nach Deutschland – erst im Jahr 1971. Doch er wurde bereits 1867 entdeckt und in manchen Ländern als Versuchstier verwendet.